Wächter-Lymphknoten - Wie sicher ist die Prognose?

Dr. Bernhard Ost

Der Arbeitskreis “Lymphologie” der NATUM ist bemüht, alle aktuellen Fragen zum Thema “Lympholgie” durch eigenes Recherchieren oder Befragen von Spezialisten zu beantworten.
Einige Kliniken richten den Umfang der axillären Dissektion beim Mamma-Karzinom nach der Detektion der sogenanten Wächterlymphknoten aus.

Dieses ist aus lomphologischer Sicht im Sinne einer minimal invasiven Operation im Axillarbereich unbedingt zu begrüßen, um die Gefahr eines späteren Lymphödems zu minimieren. Doch wie sicher ist die Prognose der Patientin bei diesem Vorgehen ?

Wir haben diese Frage dem Chefarzt des Luisenkrankenhauses in Düseldorf, Herrn Dr. med. M. Rezai gestellt. Herr Dr. Rezai ist einer der Pioniere der onkolpastischen Operationen und hatte während seiner klinischen Oberarzttätigkeit im Städtischen Krankenhaus in Düsseldorf Gerresheim die erste Senologische Abteilung in Deutschland aufgebaut. Inwieweit eine prognostische Relevanz langfristig durch eine derart minimal invasive
Axillardissektion gegeben ist, dürfte zur Zeit noch nicht mit letzter Sicherheit beurteilt werden können, wie der Hinweis auf laufende Studien erkennen lässt. Nachfolgend geben wir die ungekürzte Stellungnahme wieder:

Der sogenannte Wächter-Lymphknoten ist der Lymphknoten, der den nächsten Bezug zum Karzinom hat. Er wird mittels radioaktiver Markierung (Technicium) und /oder mittels Blaufärbung (Lymphazurin) prä- bzw. intraoperativ markiert. In mehreren laufenden Studien wird zur Zeit überprüft, mit welcher Sicherheit der Wächterlymphknoten eine Ausage übr den kompletten Nodalstatus der Axilla treffen kann, d.h. zur Zeit wird nach Detektion des Wächterlymphknotens (z.T. sind dies auch mehree Lymphknoten ) noch eine komplette Axillardissektion durchgeführt. Als Eingangsvoraussetzung muss klinisch ein nodal negatives Stadium (cN0) vorliegen und das Karzinom darf nicht über 5 cm groß sein (cT1-2). Die Detektionsrate erhöht sich in Abhängigkeit von der Durchführung der Markierung (z.B. Einmassieren des Lymphazurins über 5 Minuten, keine langen Wartezeiten bis zur Detektion des Wächterlymphknotens).

Die Sicherheit wird nach einer Lernphase von ca. 50 Untersuchungen – mit 97 – 99 % angegeben bei kombinierter Markierung mit Lymphoszintigraphie und intraoperativer Blaufärbung.

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