Allergien
Spermaallergie – selten, aber oft irrtümlich vermutet
Dr. Bernhard Ost
Weltweit sind nur etwa 100 Fälle bekannt, allerdings dürfte die Dunkelziffer wesentlich höher sein, dennoch bleibt die Spermaallergie selten.
Die Symptomatik entspricht einer allergischen Sofortreaktion. Innerhalb von 10 bis 30 Minuten kommt es zu den Symptomen wie Juckreiz, Brennen und auch gelegentlich Nesselausschlag der ganzen Haut, – auch ein anaphylaktischer Schock ist durchaus möglich.
Die weit verbreitete Vorstellung, dass ein Partnerwechsel hier Abhilfe schaffen könnte, ist definitiv falsch, denn das allergene Potential geht nicht von den Spermien, sondern von dem, im Sperma enthaltenen Eiweiß aus und dieses ist bei jedem Mann gleich.
Diagnostiziert wird eine Spermaallergie durch den Scratchtest. Dazu wird vorher im Labor das Sperma des Partners aufbereitet. Die Spermaflüssigkeit wird dabei von den Samenzellen getrennt. Die Testflüssigkeit wird nun in verschiedenen Verdünnungen auf die Haut der Frau mit einer Quaddel appliziert und anhand der Reaktion das allergene Potential abgelesen.
Die Therapie der Wahl besteht in einer Hyposensibilisierung, bei der der Körper langsam an den allergieauslösenden Stoff gewöhnt wird. Kondome sind eine Alternative, jedoch ist eine Latexallergie nun wirklich nicht so selten und kommt mit steigender Tendenz immer häufiger vor. Inzwischen gibt es aber auch in den Apotheken latexfreie Kondome.
Eine gewünschte Schwangerschaft muss auch nicht zwangsläufig an dieser Problematik scheitern. Das Sperma des Partners wird erst im Labor gewaschen. In der Zentrifuge trennen sich die Spermazellen von der Spermaflüssigkeit,—- die Zellen sind schwerer und setzen sich daher unten ab. Mit einer Nährlösung werden die Spermazellen zehn Minuten in den Brutschrank bei 37 Grad Körpertemperatur gestellt. Danach haben sich die besonders aktiven Spermien oben abgesetzt.
Um Sperma und Ei zusammen zu bringen, gibt es zwei Möglichkeiten.
Zum einen die künstliche Befruchtung bei der das Sperma direkt in die Gebährmutter eingebracht wird und zum Anderen die in Vitro-Methode, bei der das Sperma direkt in die Eizelle gespritzt wird und nach der ersten Zellteilung im Uterus implantiert wird.
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