Kniffelige Fälle – Resignation oder therapeutische Kreativität


(ein Credo für die Naturheilverfahren)


Irgendwann begegnet er jedem Therapeuten, – der schwierige chronische Fall, bei dem man sich im Stillen wünscht, dass der Patient nicht wiederkommt und heimlich den Arzt gewechselt hat. Eine gewisse Fluktuation gehört ohnehin in jede Arztpraxis – also warum sollte das Schicksal nicht auch einmal gnädig sein und die therapeutischen Schwierigkeiten oder scheinbaren Unmöglichkeiten in eine andere Praxis lenken. Es sei dem Kollegen dann die gleiche therapeutische Hilflosigkeit gegönnt.


Doch was ist denn wirklich so frustran an solchen Fällen? Ist es die Furcht, dass wir an Ansehen verlieren, wenn wir der Erwartungshaltung des Patienten nicht genügen können oder ist es gar das fehlende ärztliche Selbstvertrauen, einen erfolgversprechenden therapeutischen Weg überhaupt finden zu können?


Ein Patient mit einem chronischen, therapieresistenten Leiden hat in der Regel schon einen langen Leidensweg und viele Therapeuten hinter sich. Er erwartet nicht zwangsläufig die schnelle Heilung. Er sucht in erster Linie einen Therapeuten, welcher ihm wirklich helfen will und nicht schon bei der Anamnese oder der definierten langjährigen chronischen Diagnose verzweifelt dreinschaut oder die Hoffnung des Patienten auf Besserung oder Heilung mit einem schnell ausgestellten Rezept oder einer finalen harten Begutachtung zunichte macht. Es ist für solch einen Patienten wichtig, dass er das Gefühl hat, einen Therapeuten gefunden zu haben, der nicht vorgibt, alles besser zu wissen als alle Therapeuten vor ihm, sondern ihm verbal oder nonverbal bedeutet, dass er sich große Mühe gibt den Weg zum Erfolg zu suchen. Eine ehrliche Feststellung, dass ein chronisches Leiden über lange Monate oder Jahre oft auch einen sehr langen Weg der Heilung benötigt, ist auf jeden Fall eine vertrauensbildende Maßnahme, weil damit bedeutet wird, dass der Therapeut bereit ist, auch diesen möglicherweise langen Weg mitzugehen und den schwierigen Fall nie als lästig empfindet. Wenn herkömmliche Standardtherapien versagen, ist Kreativität gefragt.


Gerade in solchen Fällen gewinnen die Naturheilverfahren an Bedeutung weil sie die Erkrankung zumeist ganzheitlich angehen und oft genug der Schlüssel zum Erfolg im Ansprechen vieler physiologischer und immunologischer Abläufe im Organismus liegt.


Die NATUM als Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sieht sich in der Verantwortung die verschiedenen Naturheilverfahren zu überprüfen und gesicherte und glaubwürdige Konzepte in der Schulmedizin zu etablieren und auch in anderen Heilberufen durch Fortbildungsveranstaltungen für eine gesicherte naturheilkundliche Medizin Sorge zu tragen.


Dr. Bernhard Ost





Druckversion

NATUM e.V. Geschäftsstelle
Frau K. Harling
Bosdorfer Straße 20
27367 Hellwege
Telefon 04264 837-4542
Telefax 04264 837-7946
E-Mail: info@natum.de
Mittwoch 14-18 Uhr