Osteoporose - Hilfe durch Neuraltherapie

MR Dr. Horst Becke

Osteoporose ist definiert als Spongiosaverlust, auch als Nachfolgereaktion der physiologischen Altersatrophie, die bis auf 50 % eines 30 jährigen Menschen zurückgehen kann.
Im 4. Lebensjahrzehnt hat der gesunde Mensch seine größte Knochenmasse.
Durch ein Missverhältnis zwischen Osteoplasten und Osteoklasten entsteht eine negative Skelettbilanz und führt gleichzeitig zu einer Störung der Mikrozirkulation.
Andererseits können Störungen der Mikrozirkulation bedingt durch zahlreiche bekannte Ursachen auch zur Osteoporose führen.

Wesentliche Risikofaktoren sind:
• schlanke Menschen der weißen Rasse mit vorwiegend sitzender Tätigkeit
• wenig Sonneneinfluß
• kalziumarme Kost
• Frauen, die eventuell mehrere Kinder gestillt haben
• Raucherinnen (Übersäuerung)
• chronischer Bewegungsmangel
• falsche Ernährung durch viel Zucker und Fleisch, was stark zur Übersäuerung führt und damit zur Aktivierung der Osteoklasten
• chronische Kortikoidtherapie Kortikoide hemmen die zelluläre und humorale Abwehr und gehören mit zu den stärksten Immunblockern. Es kann zu Wundheilungsstörungen kommen und generell zur negativen Beeinflussung der Homöostase mit Störung des Wasserhaushaltes. Durch nachfolgenden Eiweißabbau kommt es zum Muskelschwund und in Folge entsteht das Bild der Osteoporose.
• ein hoher Homocysteinspiegel fördert die Osteoporose und das Frakturrisiko
• körpereigene Störfelder belasten die Mikrozirkulation, irritieren damit das Skelettsystem und fördern die negative Skelettbilanz mit gleichzeitiger Schmerzverstärkung.
• Quecksilberbelastung durch Amalgamfüllungen spielen eine große Rolle

Adipöse Frauen können durch erhöhten Östrogenspiegel und größere Knochenmasse relativ geschützter sein.
Durch Osteoporose kommt es in Deutschland in einem Jahr zu etwa 130 000 Frakturen, wobei 90 000 mal die Hüften betroffen sind. 30 Prozent sterben innerhalb eines Jahres an den Folgen der Frakturen und weitere 30 Prozent werden invalide.
Männer haben nach Prostata-Karzinombehandlung ein 3,7-faches Risiko für Hüftfrakturen.
Subjektiv leiden Osteoporosekranke zum Teil an heftigen Schmerzen.

Therapie:
• Mögliche Ursachen der metabolischen Erkrankung suchen und behandeln.
• Medikamente/Diät: Östrogene, Androgene, Kalzium, Vit. D und Natriumfluorid als beste Form des Knochenaufbaues durch Osteoblastenstimulierung als auch Biophosphonate sowie Strontiumranelat
•das Säure/Basengleichgewicht ausgleichen. Normal für alle Organe pH = 7,4 bei Osteoporose um 7,0
• Mayer-Kur zur Entschlackung
• homöopathisches Kalkpräparat z.B. Calcium carbonicum D 12 ,eine Tbl. pro Tag geben
• viel Bewegung , auch Qi Gong sowie Regulierung des meist gestörten Wasserhaushaltes
• generell Übersäuerung vermeiden.
(Sprichwörtliches Zitat aus Thüringen: „ Quark macht stark, Quark allene macht krumme Beene“, da sauer)
• durch basisches Milieu kommt es zur Aktivierung der Osteoblasten (mesenchymale Zellen)
• deshalb auch Procain-Basen-Infusionen
• Schröpfen des M. errector spinae
• bei Blockierungen keine Impulsmanipulationen durchführen. Cave Fraktur. Nur vorsichtige Mobilisationen bzw. postisometrische Relaxationen sind indiziert. Generell gilt, den katabolen in einen anabolen Stoffwechsel zu überführen.
• Verbesserung der Mikrozirkulation durch Neuraltherapie und Akupunktur. Damit gleichzeitig sinnvolle Löschung von Schmerzen.

Neuraltherapie:
Die Wirkungen sind komplexer und vielschichtiger Natur. Speziell kommt es zur Verbesserung der Mikrozirkulation, was auch für die Akupunktur gilt.
Zur Neuraltherapie wird Procain bevorzugt.
Erstens wird es als Esterbindung sofort am Ort der Injektion durch die Pseudocholinesterase gespalten und abgebaut,
zweitens hat es eine ausgesprochen starke periphere vasodilatierende Wirkung
Die säureamidstrukturierten Lokalanästhetika werden über mehrere Stunden metabolisch in der Leber abgebaut und haben peripher eine vasokonstriktive Wirkung.

Therapieprinzip der Neuraltherapie in Folge:
• Sorgfältige Anamnese
• manuelle Untersuchung des Patienten einschließlich Inspektion und Palpation. Gezielt nach Blockierungen suchen
• kinesiologische Testung nach aktiven Störfeldern. Nicht selten werden drei bis sieben Störfelder gefunden
• alle getesteten Störfelder sind in einer Sitzung neuraltherapeutisch zu behandeln.

Definition des Störfeldes:
Vorgeschädigtes Gewebe als Reizquelle, von dem ständig minimale Dauereize ausgehen. Das Störfeld ist in der Lage Belastungen auf hormonelle, neurale und humorale Regelkreise auszuüben. Es kann zur Labilisierung der gesamten Regulation kommen. Für den Patienten sind Störfelder in der Regel stumm.

Die häufigsten Störfelder sind:
• Der Nasen-Rachen-Raum (Tonsillen, Kieferhöhlen, Zähne)
• Störaktive Narben durch Inkorporation körpereigenen (Grundsubstanzschlacken) und körperfremden Materials
• die Unterleibsorgane von Mann und Frau
• alle viszeralen Organe (nur indirekt über zugeordnete Ganglien oder Headsche Zonen erreichbar)
• die Wirbelsäule mit ihren Blockierungsmustern und muskulären Dysbalancen

In Frage kommende neuraltherapeutische Injektionstechniken:

Der erfahrene Neuraltherapeut wird wie oben gesagt, primär mit der Störfeldbehandlung beginnen.
Dann noch häufig bestehende Beschwerden sprechen gut auf die segmentale Injektionsbehandlung an, die zur Inhibition der nozizeptiven Afferenzen führt.
Das können sein:
• Paravertebrale Quaddeln entlang des kranialen Trapeziusrandes sowie ab C 7 bis S 5 zwei patientenfingerbreit neben der Dornfortsatzlinie ( in der Akupunktur die innere Blasenleitlinie, was den Reflexzonen des Ramus dorsalis des Spinalganglions entspricht).

• der N. occipitalis major( Bl 10) und der N.occipitalis minor( Ga 20) bds.

• der Processus spinosus C 2 . Durch den Ansatz der kleinen Nackenmuskeln wie Obliqui und Tranversi sowie die höchste Dichte an Propriozeptoren ist diese Struktur besonders gut geeignet

• indirekter Grenzstrang nach Mink ab C 5 bis L 5/S 1. Das entspricht den kleinen Wirbelgelenken (Fazettengelenke) und ist sehr wirkungsvoll

• Costavertebralgelenke in Verbindung mit dem ACG und dem SCG

• die Iliosakralgelenke

• Arteria femoralis bds. fördert Durchblutung der Beinknochen

• die sympathischen Ganglien zur Sympathikolyse und damit verbesserter Durchblutung und Aufhebung efferenter sympathischer Reflexe( sympathische Reflexdystrophie) wie: * Ggl. cervicale superior * Ggl. stellatum * Ggl. coeliacum * lumbale Ganglien, besonders L 5 / S 1 * paravertebrale Infiltration nach Fervers & Shaw, günstig ab L 3 bis L 5
• die parasympathischen Ganglien vorzugsweise bei Störfeldern im Kopf wie: * Ggl. ciliare * Ggl. oticum * Ggl. sphenopalatinum


Durch adjuvante Neuraltherapie, vorzugsweise der Störfeldbehandlung und nachfolgender segmentaler Behandlung einschließlich Akupunktur kann solchen Patienten sehr gut geholfen werden.
Nicht selten werden die diffusen Schmerzen als Fibromyalgie deklariert und falsch behandelt.
Da nach der Literatur nur etwa 25 % aller Osteoporosekranken diagnostiziert und richtig umfassend behandelt werden, ergibt sich für alle Ärzte die Forderung, sich damit zu befassen.
Die Osteoporose ist unbehandelt ein fortschreitendes, schmerzhaftes und teures Leiden. Angst, Schmerzen, Immobilität und Depressionen mit sozialer Vereinsamung bilden einen Teufelskreis.
Am 20. Oktober 2007 tagte die International Osteopoprosis Foundation –IOF -(Weltosteoporosetag) und gab folgendes Motto ab:
„ Vermeide den Knochenbruch – kenne und reduziere Dein Osteoporoserisiko“


Adresse:
MR Dr. sc. med. Horst Becke
Walther Rathenaustr. 106
14974 Ludwigsfelde

Literatur beim Verfasser