Uterusmyome und ganzheitlicher Therapieansatz
Dr. Dorothee Struck
Kurzfassung des Vortrags: „Uterusmyome und ganzheitlicher Therapieansatz“, Baden-Baden, 31.10.04
Myome des Uterus sind ein häufiger Befund, der palpatorisch oder sonographisch gestellt wird. Myome sind nicht monokausal, die Ursachen sind multifaktoriell, u. a. Östrogendominanz, Ernährungsfaktoren z. B. viel tierische Fette, Adipositas, genetische Faktoren, Umweltbelastungen v. a. Schwermetalle, Immundefizienz (primär oder durch Stressoren).
Mögliche Symptome von uterinen Myomen können sein: Blutungsstörungen wie Hypermenorrhoe, Dysmenorrhoe, Druck auf die Blase oder das Rectum, Subfertilität, bei großen Myomen: erhöhte Abortrate und Schwangerschaftskomplikationen, Schmerzen (bei spontaner Nekrose)
ABER: nicht alle Myome sind symptomatisch, häufig sind es Zufallsbefunde im Rahmen der Vorsorge, die Prävalenz ist hoch: Jede 4. Frau in Deutschland über 35 Jahre hat mindestens 1 kleines Myom, nach dem 50 Lebensjahr steigt die Prävalenz auf 40% und in 75% der Hysterektomiepräparate werden ein oder mehrere Myome festgestellt.
Dies wirft die Frage auf, ob Uterusmyome eine häufige Frauenkrankheit sind? Oder ob sie nicht eine Normvariante sind, die Frauen im Laufe ihres reproduktiven Lebens entwickeln können. Da Myome leicht zu diagnostizieren sind, wird ihnen häufig die „Schuld“ an Symptomen angelastet, die auf schwerer greifbaren Abweichungen beruhen. Beispiel: Hypermenorhoe bei prämenopausalen Frauen, die Myome können aber müssen nicht für die Blutungsstörung ursächlich sein, häufiger liegt eine hormonelle Imbalance in der Wechselzeit zu Grunde.
Die Studienlage zu alternativen Behandlungsstrategien ist desolat ! In der Medline-Recherche findet sich aktuell 1 Studie, in der mehrere komplementäre Verfahren gleichzeitig gegen konventionelle Betreuung untersucht wurden: Mehl-Madrona, L., „Complementary Medicine Treatment of Uterine Fibriods: A Pilot Study“, Alternative Therapies Mar/Apr 2002, Vol 8, p. 34-46 Die Qualität der Studie läßt zu wünschen übrig, da einzelne Therapieverfahren wie Entspannung und Chinesische Medizin in ihren Effekten nicht voneinander abgegrenzt werden können. Daneben existieren noch verschiedene chinesische Studien zu Phytotherapie und Akupunktur, diese genügen allerdings ebenfalls nicht nach westlichen wissenschaftlichen Standards.
Es gibt verschiedene komplementäre Strategien, die Behandlungsziele mit
naturheilkundlichem Ansatz sind :
• Symptome kontrollieren, bis sich das Problem (z. B. Hypermenorhoe in der Prämenopause) selbst limitiert. Sofern eine Frau keine Hormontherapie verwendet, bildet sich die Gebärmutter mitsamt der Myome nach den Wechseljahren zurück. Werden die Beschwerden gebessert, kann der natürliche Verlauf ausgeglichen werden.
• Energetische Dysbalancen ausgleichen. Regulationsmedizinische Verfahren, Homöopathie und traditionelle chinesische Medizin sprechen die Selbstheilungskräfte der Patientin an.
• Es ist nicht möglich mit komplementären Verfahren „Myome wegzuhexen“ (Myome unter 5 cm können gelegentlich „Schrumpfen“, verschwinden allerdings nicht)
Komplementäre Behandlungsstrategien beinhalten: klassische Homöopathie, Phytotherapie, TCM, Ernährungsoptimierung / Orthomolekulare Medizin. Die Therapie von Beschwerden bei Myomträgerinnen erfordert einen individuellen Ansatz, auch in der Auswahl und Kombination geeigneter Verfahren.
Beispiel: Hypermenorrhoe: Therapievorschläge aus der Phytotherapie und Homöopathie:
Heilpflanzen bei Hypermenorrhoe,
als Teekräuter eignen sich:
• Schafgarbe (Achillea millefolia) – Cave: bei Überdosierung “kippt” die Wirkung ins Gegenteil um und die Blutung wird stärker und hellrot: 1/3 der Mischung
• Besenginster (Sarothamnus scoparium) – „Spartein“ ein Alkaloid aus dem Ginster wurde früher (in der Aera vor der Verfügbarkeit von Oxytocin und Prostaglandin F2α-Ampullen) zur Förderung unteriner Kontraktion bei atonischen Nachgeburtsblutungen eingesetzt. Für geburtshilfliche Notfälle ist Ginster zu schwach in der Wirkung, für zyklische Menstruationen oft sehr günstig.
• Hirtentäschelkraut (Capsella bursa pastoris) – Wirkung inkonstant daher sollte Hirtentäschel immer mit synergistischen Drogen gemischt werden
• Wasserpfeffer (Polygonum hydropiper)
• Schachtelhalm (equisetum arvense) Stärkung des BGW durch hohen Kieselsäureanteil, entwässernd
• Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), leicht adstringierend und hormonregulierend
Beispiel: Teemischung bei uterinen Blutungen:
Schafgarbe 30g, Hirtentäschel 30g, Besenginster 20g, Frauenmantelkraut 20g.
Von der Mischung 4-8 Wochen täglich 2 Tassen, ab 3 Tage vor der erwarteten Menstruation bis zum 3. Tag der Blutung 4 Tassen am Tag. 1 Tl. / Tasse, 7 Minuten Ziehzeit. Nach der Teekur nur noch zur Menstruation hin trinken.
Langfristig blutungs- und zyklusregulierend bei prämenopausalen Hypermenorrhoen ist Traubensilberkerze (Acrea racemosa syn. Cimicifuga racemosa). Die Einnahmedauer ist 4-6 (-12) Monate z. B: Klimadynon® 2×1 Tbl.
Beispiele für Homöopathica bei Hypermenorrhoen:
China: starke, dunkle, klumpige Blutung, kurzer Zyklus, oft unregelmäßig, Schwächegefühl nach der Mens, Empfindlichkeit gegenüber Zugluft und Geräuschen, < nach dem Essen, bei Kälte und Nachts
Erigeron: hellrote, gußartige, heiße Blutung, Schmerzen ziehen in Richtung, Schmerzen strahlen in Richtung Nieren oder Blase aus, häufiger Harndrang, > Ruhe
Ipecacuanha: starke, hellrote, gußartige Blutung mit Übelkeit bis zum Erbrechen, welches aber keine Linderung bringt, Zunge sauber
Secale: starke, dunkle, Blutung, riechend, inneres Brennen wie Feuer, Krämpfe, > Bewegung, Druck, Abkühlung (kalte Umschläge),
Homöopathische Arzneimittel sollten möglichst individuell nach einer ausführlichen Anamnese verabreicht werden.
Druckversion

